philosophie.


tanz. performance.

„Als Performer verspüre ich ein ganz klares Bedürfnis nach einer interdisziplinären Form des Ausdrucks.“

Als Performer verspüre ich ein ganz klares Bedürfnis nach einer interdisziplinären Form des Ausdrucks. Bereits in jungen Jahren habe ich mich, wie viele Menschen, die später eine künstlerische Karriere verfolgen, in verschiedenen Disziplinen bewegt. Dazu gehörten das Zeichnen, Schauspiel und Gesang. Zum Tanz bin ich erst relativ spät gekommen. Es wurde mir aber recht schnell klar, dass dieser der Art und Weise, wie ich mich gerne ausdrücken wollte, am ehesten gerecht wurde. Mit 25 hatte ich dann das Glück in eine breit aufgestellte Vorausbildung bei Seneca Intensiv in Berlin und von dort aus direkt in ein Studium an der Folkwang Universität der Künste, Essen, gehen zu können.

Im Rahmen dieser 5-jährigen Tanzausbildung hatte ich das Privileg mit vielen verschiedenen Künstler*innen aus den unterschiedlichsten Bereichen des Tanzes und der Bewegung zusammen arbeiten zu dürfen. Klassischer, Moderner und Zeitgenössischer Tanz gehörten ebenso zu meinen Fächern wie Improvisation, Gaga, Flamenco, Internationale Folklore, Gyrokinesis, F.M. Alexander-Technik, Feldenkrais und Tanzmedizin. Als Tänzer war für mich in dieser Zeit die Arbeit mit den Choreograph*innen Sita Ostheimer („Species Pitches„) und Marie-Lena Kaiser („Go for Good„) besonders prägend.

Nach einem Ausflug für ein Projekt in die Freie Szene in Köln und einem weiteren für zwei Produktionen ans Staatstheater Braunschweig wurde es durch Corona etwas ruhiger. Diese Zeit konnte ich für mich nutzen um die zahlreichen Erfahrungen der letzten Jahre neu einzuordnen und meine Bedürfnisse davon abzuleiten. Ab dem Jahr 2022 kehre ich nun aktiver zum Tanz zurück und bin gespannt auf neue Zusammenarbeiten.

pädagogik.

„Ich möchte Menschen helfen, ihren Körper in Situationen zu bringen, in denen er etwas lernen kann.“

Unterricht in Zeitgenössischem Tanz

Seit 2015 arbeite ich nahezu durchgehend als Lehrer für Zeitgenössischen Tanz. Im Fokus meines Unterrichts steht die Auseinandersetzung mit den Gegebenheiten des eigenen Körpers und das Verstehen dessen als ein System. Dieses System besteht aus Muskeln, Faszien, Sehnen, Bändern, Knochen und Organen und kann sich auf verschiedene Arten und Weisen durch einen Raum bewegen. Eine Stunde kann sowohl aus klaren technischen Übungen zur gezielten Stärkung der Muskulatur und Etablierung einer gesunden Platzierung bestehen als auch aus improvisatorischen Aufgaben, die sich auf das Verfeinern der somatischen Wahrnehmung und das Verstehen von Bewegungsprinzipien wie zum Beispiel Atem und Gewicht fokussieren. Ziel ist es zu verstehen mit welchen Mitteln wir unseren Körper auf ökonomische Art und Weise bewegen können, sowohl im Stand als auch am Boden. In meiner Praxis versuche ich traditionell hierarchische Systeme sowohl in Bezug auf Methodik als auch Sprache aufzulösen. Ich möchte Menschen helfen, ihren Körper in Situationen zu bringen, in denen er etwas lernen kann.

Tanz- und theaterpädagogische Arbeit im soziokulturellen Kontext

Seit 2012 bin ich immer wieder Teil von soziokulturellen Projekten, in denen es neben der Vermittlung künstlerischer Arbeitsformen auch um die Vermittlung sozialer Kompetenzen im Bezug auf sich selbst und andere geht. Im Rahmen dieser Projekte habe ich sowohl mit intergenerativen als auch kulturell diversen Gruppen gearbeitet. Im Schul- und Stadttheaterkontext als auch außerhalb von öffentlichen Institutionen.

Auch hier steht für mich der Mensch in seinem jeweiligen Zustand im Mittelpunkt. Ziel ist es für mich nicht Teilnehmer*innen an einen von mir vorher festgelegten Punkt zu bringen, sondern ihnen dabei zu helfen ihre ganz eigene Form des künstlerischen Ausdrucks zu finden.

Seit 2021 bin ich Mitglied bei Tänzer ohne Grenzen e.V. und Gründungsmitglied von FUTURE MOVE e.V.

dramaturgie. produktion.

„Im 21. Jahrhundert befinden auch wir uns als Künstler*innen in einer Position, in der wir uns mit den politischen Dimensionen unserer Kunst und unserer eigenen Person auseinandersetzen und Verantwortung übernehmen müssen.“

Foto: Harriet Meyer / code of conduct, Solo – Improvisationsperformance

Die Begriffe Dramaturgie und Produktion sind für mich in meiner Praxis untrennbar miteinander verbunden. Ich bin der Auffassung, dass dramaturgische Entscheidungen immer auch in Abhängigkeit von Produktionsbedingungen getroffen werden. Genauso haben viele Produktionsentscheidungen auch immer eine dramaturgische, eine inhaltliche Relevanz. Im 21. Jahrhundert befinden auch wir uns als Künstler*innen in einer Position in der wir uns mit den politischen Dimensionen unserer Kunst und unserer eigenen Person auseinandersetzen und Verantwortung übernehmen müssen. Sowohl inhaltlich auf der Bühne, als auch in Fragen der Umsetzung hinter der Bühne.

Seit einiger Zeit betreue ich nun vor allem Künstler*innen, die noch am Anfang ihrer Karriere stehen. Dabei umfasst meine Arbeit ein breites Spektrum an Aufgaben. Oft werde ich beim Schreiben von Anträgen hinzugezogen oder berate bei der Entwicklung von Konzepten. In Rechercheprozessen fungiere ich als Gesprächspartner, der dabei hilft Informationen zu organisieren bzw. einzuordnen und im Anschluss mögliche Wege aufzeigt um die Recherche fortzusetzen. Bei der Erarbeitung von neuen Arbeiten übernehme ich je nach Bedarf die Probenorganisation und komme zu Proben dazu um bestehendes Material sowohl ästhetisch als auch inhaltlich zu be- und hinterfragen.

Künstler*innen mit denen ich bereits zusammengearbeitet habe sind Yurika S. Yamamoto, Lisa Hellmich, Daniela Riebesam, Gustavo de Oliveira Leite und Kati Masami Menze.